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United States Navy
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Die United States Navy (USN, auch U.S. Navy oder einfach Navy, deutsch auch US-Marine) ist die Marine der Vereinigten Staaten von Amerika. Sie ist eine Teilstreitkraft der Streitkräfte der Vereinigten Staaten und einer der acht Uniformed Services of the United States. Sie war im September 2020 mit 341.996 aktiven Marinesoldaten und 59.152 Reservistencite-ref-0-4-0[4] die personalstärkste und kampfkräftigste Marine der Welt und umfasste zu diesem Zeitpunkt 293 Schiffe sowie zahlreiche Flugzeuge und Hubschrauber.cite-ref-5[5] Des Weiteren beschäftigt die Navy 206.303 zivile Mitarbeiter.cite-ref-0-4-1[4]
Die Marinehistoriker James L. Holmes und Toshi Yoshihara sahen 2008 die unangefochtene Kontrolle der Weltmeere durch die U.S. Navy als âgeradezu axiomatisches Merkmal der gegenwärtigen internationalen Politikâ an.cite-ref-6[6] Intern dominiert die Navy die Streitkräfte, beispielsweise aufgrund ihres faktischen Nachfragemonopols im inländischen Schiffbau, und genieĂt nach Ansicht Harvey Sapolskys u. a. den Status eines âzweiten Verteidigungsministeriums.âcite-ref-7[7]
Contents
⢠Geschichte
⢠Vordenker
⢠Organisation
⢠Fßhrung
⢠Flotten
⢠Truppenteile
⢠Ethos
⢠Budget
⢠Grundausbildung
⢠Ausrßstung
⢠Klassifizierung
⢠Marineflugzeuge
⢠Signalzeichen
⢠Stßtzpunkte
⢠Ostkßste
⢠Westkßste
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geschichte
â
Hauptartikel
:
Geschichte der United States Navy
und
Militärgeschichte der Vereinigten Staaten
Die United States Navy geht auf die groĂe Continental Navy zurĂźck, die am 13. Oktober 1775 vom amerikanischen Kontinentalkongress eingerichtet wurde. Zunächst bestand sie lediglich aus zwei bewaffneten Schiffen, deren Aufgabe es war, den Nachschub der Briten zu stĂśren, die zu dieser Zeit gerade Krieg gegen die nach Unabhängigkeit strebenden Amerikaner fĂźhrten. Der Kontinentalkongress richtete auĂerdem ein Marine-Komitee ein, das die Operationen und den Aufbau der neuen Marine leiten sollte. Auf dem HĂśhepunkt des Unabhängigkeitskrieges besaĂ die Continental Navy etwa 50 Schiffe, von denen immer ca. 20 aktiv waren. Nach dem Krieg verkaufte der Kontinentalkongress die verbliebenen Schiffe und entlieĂ die Seeleute und Offiziere.
Die Verfassung der Vereinigten Staaten, die 1789 ratifiziert wurde, ermächtigte den neu geschaffenen Kongress der Vereinigten Staaten âeine Marine vorzuhalten und zu unterhaltenâ. Kraft dieser Autorität beschloss der Kongress am 27. März 1794, sechs Fregatten zu bauen, von denen die ersten drei, die United States, Constellation und die Constitution, 1797 in Dienst gestellt werden konnten. Die Verwaltung der Navy war zunächst beim Kriegsministerium angesiedelt, bis der Kongress am 30. April 1798 ein eigenständiges Marine-Ministerium einrichtete.
1826 bestand die US Navy aus insgesamt fĂźnfundvierzig Schiffen, davon u. a. sieben aktiven Linienschiffen und sechs Fregatten in Belange der grĂśĂeren Kriegsschiffe. Weitere fĂźnf Linienschiffe und vier Fregatten befanden sich zugleich inaktiv in Werften.cite-ref-8[8]
â
Hauptartikel
:
Geschichte der Vereinigten Staaten#Interventionismus
,
Spanisch-Amerikanischer Krieg
und
Philippinisch-Amerikanischer Krieg
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts leitete die Bundesregierung ein groĂ angelegtes AufrĂźstungs- und Modernisierungsprogramm der Navy ein. In diesen Jahren entwickelte die US-Industrie mit rasantem Tempo ihr gewaltiges Potential. Bereits einige Jahre vor dem Ersten Weltkrieg stiegen die USA zur grĂśĂten Wirtschaftsmacht der Welt auf. Motiviert war der MarinerĂźstungsschub auch durch die Thesen von Admiral Alfred Thayer Mahan. 1914 verfĂźgte die U.S. Navy unter anderem Ăźber mehr als 30 Schlachtschiffe und war nach der britischen Royal Navy und der deutschen Kaiserlichen Marine zur drittstärksten Kriegsflotte der Welt herangewachsen. 1918 hatten sich einige Kräfteverhältnisse verändert (siehe Geschichte der FranzĂśsischen Marine#20. Jahrhundert).
Das Verhältnis der U.S. Navy und der Royal Navy war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von einer Rivalität auf bßrokratischer und strategischer Ebene geprägt. Im Ersten Weltkrieg beschränkte das Vereinigte KÜnigreich sein Hilfegesuch bezßglich der Rolle der US-Marine auf Konvoioperationen. Des Weiteren erhob die Royal Navy beharrlich Lizenzgebßhren von der U.S. Navy auf Ausrßstung, die fßr letztere fßr ihre Mobilmachung unabdingbar waren. Infolgedessen setzte die U.S. Navy bei der Washingtoner Flottenkonferenz von 1921/22 ihr Anliegen nach Parität mit der Royal Navy durch. Ihr Interesse an einer Vorreiterrolle in den alliierten Seekriegsoperationen des Zweiten Weltkrieges untermauerte die U.S. Navy, indem sie im Streitfall der Royal und der Royal Canadian Navy in den USA gebaute Schiffe zu deren Verstärkung vorenthielt, sodass diese sich ßberwiegend mit der Konvoibegleitung begnßgen mussten.cite-ref-9[9]
Beim Angriff der Japaner auf Pearl Harbor zunächst schwer getroffen, hatte die U.S. Navy im Zweiten Weltkrieg im Pazifikkrieg maĂgeblichen Anteil an der Niederwerfung des japanischen Reiches, insbesondere bei den Kämpfen
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs betrug die FlottengrĂśĂe der U.S. Navy etwa das FĂźnffache der britischen Royal Navy, ein Vorsprung, der sich seitdem kontinuierlich vergrĂśĂert hat. Einen einseitigen Schlusspunkt unter die Rivalität setzte die U.S. Navy, indem sie 1948 zunächst ihre Zustimmung zum Nordatlantikvertrag verweigerte. Aufgrund ihres Prestiges verhinderte diese Haltung die fĂźr die vĂślkerrechtliche Verbindlichkeit des BĂźndnisses notwendige Ratifizierung im Senat.
Hintergrund war die ursprĂźnglich angedachte Rollenverteilung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten KĂśnigreich in der NATO-Kommandostruktur. Im Rahmen diplomatischer Verhandlungen hatten die Vereinigten Staaten ihren britischen VerbĂźndeten die Nominierung des Supreme Allied Commander Atlantic zugestanden. Im Gegenzug beanspruchten die USA den allgemeinen FĂźhrungsauftrag des Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) durch einen General der US Army, der im Krisenfall die Gesamtverteidigung Westeuropas befehligen sollte. Der Widerstand der U.S. Navy lieĂ sich erst auflĂśsen, als sie selbst die Kommandogewalt Ăźber den Atlantik Ăźbernehmen durfte, woraufhin sie der Royal Navy im Rahmen des weniger bedeutsamen Channel Command die Verteidigung des Ărmelkanals zugestand.cite-ref-10[10]
Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die Navy schwere Einschnitte in ihrem Budget hinnehmen. So lag die gesamte Flottenstärke 1945 noch bei 6768 Schiffen (inklusive Landungsbooten und Versorgern), aber 1950 nur noch 634 bei Einheiten. Neben den Landungseinheiten wurden ca. 80 Flugzeugträger und 150 U-Boote auĂer Dienst gestellt. Schwer traf die Navy auch die Suspendierung ihres neuen Supercarriers, der United States, deren Bau 1949 nur fĂźnf Tage nach Kiellegung gestoppt wurde. Dies lĂśste den so genannten Aufstand der Admirale aus.
In den folgenden Jahren begann die US-Navy mit dem Bau neuer Flugzeugträger und Kreuzer. Um dabei der wachsenden U-Boot-Flotte der Sowjetunion zu begegnen, wurden ab 1959 alte ZerstĂśrer im Programm Fleet Rehabilitation and Modernization aufgerĂźstet. Während des Kalten Krieges war die US-Navy wie alle anderen Gattungen Teil des WettrĂźstens. 1987 wurde mit 568 Schiffen die grĂśĂte Einheitenstärke dieser Epoche erreicht. Ab Anfang der 1960er Jahre wurde die strategische U-Flotte der U.S. Navy stark ausgebaut. Sie umfasste zeitweise mehr als 40 Schiffe. Ihr kommt seit Jahrzehnten im Rahmen der nuklearen Abschreckung eine groĂe Rolle zu; sie soll im Falle eines Atomkrieges die Zweitschlagfähigkeit der USA gewährleisten.
1991/92 erschĂźtterte der Tailhook-Skandal die U.S. Navy und beschädigte ihren Ruf und besonders den der Marineflieger. Anfang November 2023 wurde mit Lisa Franchetti erstmals offiziell eine Frau zur Leiterin der Navy ernannt.cite-ref-11[11] Die AuĂen- und Militärpolitik der USA stĂźtzt sich wesentlich auf die Macht ihrer Flugzeugträger, die, in so genanntenTrägerkampfgruppen (Carrier Strike Groups oder kurz CSG, frĂźher: Carrier Vessel Battle Groups oder CVBG) organisiert, schnell in der Lage sind, Drohpotenzial von See her aufzubauen und Ăźber längere Zeit unabhängig von VerbĂźndeten und landgebundenen StĂźtzpunkten Militäroperationen auszufĂźhren. Die US-Navy operiert von groĂen HeimatstĂźtzpunkten auf dem Territorium der USA aus, von denen die grĂśĂten und bekanntesten in Norfolk (Virginia) (Naval Station Norfolk) und San Diego (Kalifornien - Naval Base Coronado) liegen. Bekannt ist auch die Marinebasis in GuantĂĄnamo Bay auf Kuba.
Auftrag und Doktrin
Rechtliche Grundlagen
Verfassungsrechtlich ist die Marine der Vereinigten Staaten wie die Gesamtheit der Streitkräfte in Artikel II, Abschnitt 2, Absatz I, Satz 1 und Artikel I, Abschnitt 8, Satz 11 und 14 der Verfassung der Vereinigten Staaten legitimiert.cite-ref-12[12] Die Ausgestaltung des Auftrags der Navy findet in Untertitel C, Teil I, Kapitel 507, § 5062, Absatz (a) des Zehnten Buches des United States Code statt. Dieser Paragraphcite-ref-13[13] legt neben dem Auftrag auch die Zusammensetzung der Landstreitkraft und die ZugehĂśrigkeit zu ihr fest. Sie lautet in der Ăbersetzung:
âDie Navy, die eine Abteilung des Department of the Navy ist, umfasst im Allgemeinen Streitkräfte zur SeekriegsfĂźhrung, Kräfte zu deren UnterstĂźtzung, und Luftstreitkräfte, soweit diese sich in diesen Zusammenhang einfĂźgen. Sie soll vorrangig fĂźr unverzĂźgliches und dauerhaftes Kampfgeschehen zu See organisiert, ausgebildet und ausgerĂźstet werden. Sie ist fĂźr die Vorbereitung der nĂśtigen Kräfte zur effektiven Kriegsbetreibung, mit Ausnahme anderweitiger Anweisungen, und soll, in Ăbereinstimmung mit streitkräfteĂźbergreifenden Mobilisierungsplänen, fĂźr die [ausreichende] Ausweitung [ihrer] Truppenteile in Friedenszeiten vorsorgen, um den Anforderungen des Krieges zu erfĂźllen.â
Vordenker
Als wichtigster Theoretiker der USN gilt Admiral Alfred Thayer Mahan, der seine Seemachttheorien 1890 in dem Buch The Influence of Sea Power upon History verĂśffentlicht hat. Sie bestimmen bis heute das Denken der USN in erheblichem MaĂe. Später hat Admiral Chester W. Nimitz die Ziele und Aufgaben seiner Marine definiert. Die Regierung unter Ronald Reagan und speziell der Secretary of the Navy John F. Lehman formulierte 1982/83 das Ziel, die Marine auf 600 Schiffe zu vergrĂśĂern. Das war jedoch auf Dauer aus KostengrĂźnden nicht aufrechtzuerhalten. Immerhin wurden in dieser Zeit die mächtigsten verbliebenen Schlachtschiffe des Zweiten Weltkrieges reaktiviert und mehrere Jahre im aktiven Dienst gehalten.
Maritime Doktrinen
Die USN hat im Laufe der Zeit gemeinsam mit dem U.S. Marine Corps eine Anzahl von Doktrinen entwickelt und teilweise auch verĂśffentlicht.cite-ref-overview-14-0[14] Die erste verĂśffentlichte Strategie erschien 1986 unter dem Namen The Maritime Strategy. Sie enthielt unter anderem das Programm der 600-Schiffe-Marine.cite-ref-the-maritime-strategy-15-0[15] 1992 wurde das strategische Konzept âŚFrom the sea erlassen, das 1994 unter dem Titel Forward ⌠from the seacite-ref-ffts-16-0[16] erweitert wurde. 2002 entstand auch in Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 ein weiteres Konzept mit dem Titel Sea Power 21,cite-ref-sea-powerf-21-17-0[17] das fĂźr den Bereich der USN durch Naval Power 21cite-ref-naval-power-21-18-0[18] ergänzt wurde. Im Oktober 2007 wurde erstmals eine gemeinsame Strategie von USN, USMC und USCG verabschiedet. Sie trägt den Titel A Cooperative Strategy for 21st Century Seapower.cite-ref-cooperative-strategy-19-0[19]
Organisation
FĂźhrung
Politische FĂźhrung
Die Organisation der United States Navy richtet sich nach den Vorgaben des Goldwater-Nichols Acts. Die administrative Fßhrung liegt beim Department of the Navy, einer Abteilung des US-Verteidigungsministeriums im Pentagon, an deren Spitze der Secretary of the Navy (SECNAV) steht. Ihm ist der ranghÜchste Offizier der Navy, der Chief of Naval Operations (CNO) und dessen Stellvertreter, der Vice Chief of Naval Operations unterstellt. Der Chief of Naval Operations ist zuständig fßr die militärischen Belange der Navy und ist Mitglied der Joint Chiefs of Staff. Er ist verantwortlich fßr Organisation, Ausbildung und Ausrßstung der Navy.
Militärische Fßhrung
Im August 2021 besteht die FĂźhrung der Navy aus folgenden Personen:
⢠Minister der Marine (Secretary of the Navy): Carlos Del Toro
⢠Admiralstabschef (Chief of Naval Operations): Admiral Lisa Franchetti
⢠Stellvertretender Admiralstabschef (Vice Chief of Naval Operations): Admiral James W. Kilby
⢠Oberster Unteroffizier (Master Chief Petty Officer of the Navy): MCPON James Honeacite-ref-20[20]
Dienstgrade
â
Hauptartikel
:
Dienstgrade der Streitkräfte der Vereinigten Staaten
Kleine Auswahl an Dienstgraden
Flotten
Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die USN strukturell in nummerierte Flotten unterteilt, von denen jede fßr ein bestimmtes Gebiet zuständig ist. Diese Nummerierung ist in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg nicht immer durchgängig gewesen, da einige Flotten bei Strukturänderungen zusammengefasst wurden. Entstanden dabei Lßcken, wie z. B. 1973 bei der Neustrukturierung der Ersten Flotte als Dritte Flotte, so wurden diese einfach freigelassen und nicht durch Neunummerierung der restlichen Flotten gefßllt. Nach der Wiederaufstellung einer Vierten und Fßnften Flotte fehlt zurzeit nur eine Erste Flotte.
Zweite Flotte, Atlantik
In Friedenszeiten ist die Zweite Flotte verantwortlich fĂźr das Kampftraining der Marine-Einheiten im Atlantik, entwickelt und evaluiert neue Taktiken und hält eine Kampfgruppe in Einsatzbereitschaft. Ihr Hauptoperationsgebiet ist der Atlantische Ozean vom Nord- bis zum SĂźdpol und von der KĂźste der Vereinigten Staaten bis zur WestkĂźste Europas. Sie operiert auĂerdem entlang beider KĂźsten SĂźdamerikas und Teilen der WestkĂźste Mittelamerikas. Insgesamt beträgt ihr Einsatzgebiet mehr als 98 Millionen km² (38 Millionen Quadratmeilen). Das Hauptquartier der Zweiten Flotte ist Norfolk, das Flaggschiff ist das amphibische Angriffsschiff der Wasp-Klasse Iwo Jima. Der Verband besteht aus einer Mischung aus Flugzeugträgern, Ăber- und Unterseeeinheiten, Aufklärungsgruppen, amphibischen Landungstruppen und Logistikeinheiten. Am 30. September 2011 wurde die Zweite Flotte aufgelĂśst, um das so eingesparte Geld in neue Schiffe zu investieren. Am 4. Mai 2018 gab die Navy bekannt, die Zweite Flotte â im Zuge der Spannungen mit Russland und der militärischen Fortschritte Chinas â wieder zu reaktivieren. Formell fand dies am 24. August 2018 statt.cite-ref-21[21]cite-ref-22[22] Vize-Admiral Andrew Lewis Ăźbernahm das Kommando.cite-ref-23[23]
Dritte Flotte, Zentraler und Ăstlicher Pazifik
Hauptaufgabe der 3. Flotte ist die Ăberwachung der Gewässer des Ăśstlichen und zentralen Pazifik, von Alaska bis Hawaii. Zur Bewältigung dieser Aufgabe wurden die vier Flugzeugträger Nimitz, Carl Vinson, Ronald Reagan und John C. Stennis der Flotte zugewiesen. Das Hauptquartier der Dritten Flotte befindet sich im Pearl Harbor in Hawaii. Es existiert kein ausgewiesenes Flaggschiff.
Vierte Flotte, Karibik und Zentral- und SĂźdamerika
Zum 1. Juli 2008 wurde die 4. US-Flotte reaktiviert.cite-ref-24[24] Der Kommandeur hat zusätzlich den Posten des Kommandeurs der U.S. Naval Forces Southern Command (NAVSO) inne, dem Navy Combatant Command des U.S. Southern Command (SOUTHCOM). US-Senator Bill Nelson von der Demokratischen Partei aus Florida fĂźhrt vier GrĂźnde fĂźr die Bildung der Flotte an: âdie wachsende Ăśkonomische Stärke Brasiliens, die aggressiv feindliche Haltung Venezuelas, den zunehmenden Handelsverkehr durch den Panamakanal und das Alter Fidel Castrosâ.cite-ref-25[25] Die franzĂśsische Zeitung Le Figaro wurde noch deutlicher: âUm den stärker werdenden Linksregierungen in ihrem Hinterhof entgegenzutreten, entschieden sich die USA fĂźr die erneute Bildung der Vierten Flotte.â Sie wird um die beiden Amphibischen Angriffsschiffe Kearsarge und Boxer zusammengestellt.cite-ref-26[26]
FĂźnfte Flotte, Naher Osten
Die FĂźnfte Flotte unterhält eine sichtbare Präsenz im Persischen Golf sowie in den angrenzenden Seegebieten. Sie wurde am 26. April 1944 ursprĂźnglich aus Verbänden der Zentralpazifik-Flotte gebildet und nach dem Krieg aufgelĂśst. Während des Ersten Golfkrieges wurde die Region sowohl von Kräften der Atlantik- als auch der Pazifikflotte Ăźberwacht. Im Juli 1995 machten die Ereignisse eine eigene Flotte fĂźr diese Region notwendig. Nach 48 Jahren wurde die FĂźnfte Flotte ein zweites Mal aufgestellt und kreuzt nun im Persischen Golf, Roten Meer und in der Arabischen See. Das Hauptquartier befindet sich in Manama (Bahrain). Dieser Verband besteht normalerweise aus mindestens einer Trägergruppe, einer amphibischen Gruppe sowie weiteren landgestĂźtzten Marinefliegern und weiteren Ăber- und Unterwasser-Einheiten. Es existiert kein ausgewiesenes Flaggschiff.
Sechste Flotte, Mittelmeer
Das Hauptquartier der Sechsten Flotte (Sixth Fleet) befindet sich auf dem amphibischen Kommandoschiff der Blue-Ridge-Klasse Mount Whitney mit Heimathafen Gaeta (Italien). Die Sechste Flotte besteht aus etwa 40 Schiffen, 175 Flugzeugen und 21.000 Mann in Kampf- und Unterstßtzungseinheiten, die sich auf mindestens eine Trägergruppe, eine amphibische Gruppe, eine Marineexpeditionseinheit (MEU), eine Logistikgruppe und eine U-Boot-Gruppe aufteilen.
Siebte Flotte, Westlicher Pazifik und Indischer Ozean
Die Siebte Flotte, aufgestellt während des Zweiten Weltkriegs, ist die grĂśĂte aller US-amerikanischen Frontflotten mit 50â70 Schiffen, 150 Flugzeugen und 27.000 Mann.cite-ref-27[27] Die Siebte Flotte und ihre Einsatzgruppen haben drei Hauptaufgaben:
⢠Hilfe bei Naturkatastrophen und gemeinsamen militärischen Operationen
⢠Operative Fßhrung aller Navy-Einheiten in der Region
⢠Verteidigung der koreanischen Halbinsel.
Von den derzeit der Siebten Flotte zugeteilten Schiffen operieren 18 von US-StĂźtzpunkten in Japan und Guam aus, darunter die George Washington als einziger permanent auĂerhalb der USA stationierter Flugzeugträger. Diese 18 Schiffe sind das zentrale Element der US-amerikanischen Präsenz in Asien. Sie sind 17 Tage näher an potenziellen Konfliktgebieten in Asien als ihre GegenstĂźcke auf StĂźtzpunkten in den USA. Das Flaggschiff der Siebten Flotte ist das Amphibienschiff Blue Ridge, beheimatet in Yokosuka, Japan.
Zehnte Flotte; U.S. Fleet Cyber Command / U.S. Tenth Fleet
Die 10. Flotte wurde ab 1941 aufgebaut und offiziell am 20. Mai 1943 aufgestellt. Ihre Aufgabe war der Schutz der US-Heimatgewässer gegen Angriffe vor allem deutscher U-Boote.cite-ref-28[28] Dabei war sie insbesondere fĂźr die Entwicklung neuer U-Jagd-Verfahren zuständig.cite-ref-29[29] Sie wurde 1945 aufgelĂśst. 2010 stellte die U.S. Navy ein eigenes Cyber-Kommando auf und bezeichnete es als 10. Flotte mit Hinweis auf deren Tradition als experimentelles Kommando. Es untersteht dem Chief of Naval Operations. Das Hauptquartier befindet sich im Fort George G. Meade, Maryland. Aufgabe des Befehlshabers der 10. Flotte ist es, alle Cyber-Kräfte der U.S. Navy weltweit zu fĂźhren und Cyber-Operationen zu leiten. Das schlieĂt die Elektronische KampffĂźhrung ein.cite-ref-30[30]
Truppenteile
Spezialeinsatzkräfte
Der U.S. Navy stehen mit den U.S. Navy SEALs und den Special Boat Squadrons (SBS), die beide dem United States Naval Special Warfare Command (NAVSPECWARCOM) unterstehen, zwei Spezialeinheiten zur Verfßgung. Beide Einheiten wurden im Vietnamkrieg aufgestellt und sind die fßr die unkonventionelle Kriegfßhrung zuständigen Einheiten der U.S. Navy. Ein besonderer Teil dieser Einheiten bildet gemeinsam die Naval Special Warfare Development Group (DEVGRU), eine Spezialeinheit mit dem Einsatzschwerpunkt Terrorismusbekämpfung und Geiselbefreiung. Sie untersteht zwar ebenfalls administrativ und technisch dem U.S. Naval Special Warfare Command (NAVSOC), operativ jedoch dem US Joint Special Operations Command (JSOC), dem vereinigten Sonderkommando fßr die weltweite militärische Terrorismusbekämpfung. Das bedeutet, dass die Navy zwar diese Einheit ausbildet, bereitstellt und ausrßstet, aber keine Einsatzbefehlsgewalt ßber sie hat, da diese beim JSOC liegt und damit beim ßbergeordneten U.S. Special Operations Command (SOCOM).
Militärjustiz
Die Strafverfolgung nimmt fĂźr die Navy und das Marine Corps, neben der Standortmilitärpolizei, der Naval Criminal Investigative Service (NCIS) wahr. Mit der juristischen Seite und der Rechtsberatung der Kommandeure befasst sich das Judge Advocate Generalâs Corps der U.S. Navy (âJAGâ).
Sanitätsdienst
Fßr die sanitätsdienstliche Versorgung der U.S. Navy und des U.S. Marine Corps ist das Medical Corps (United States Navy) zuständig. Kommandeur der Navy Medicine ist der Surgeon General of the Navy. Er ist Chef des U.S. Navy Bureau of Medicine and Surgery (BUMED) in Washington, D.C.
Ethos
Innerhalb der Streitkräfte der Vereinigten Staaten betreibt die Marine das grĂśĂte MaĂ an Traditionspflege.cite-ref-31[31] Die meisten Marinesoldaten sehen sich als Teil einer von hauptsächlich drei Gemeinschaften, die jeweils in einer bestimmten Waffenplattform verankert sind (platform communities), und selbst weitere soziale Untergliederungen aufweisen; dies sind die Schiffe an der Wasseroberfläche (surface warfare), U-Boote und die Marinefliegerei.cite-ref-32[32] Im Rahmen einer starken allgemeinen Identifikation kommen diese verschiedenen Identitäten vor allem in politischen Prozessen, beispielsweise der jährlichen Verteilung des Verteidigungsetats, zum Tragen.
Budget
Die U.S. Navy beantragte im Haushaltsjahr 2024 ein Budget von 202,5 Mrd. US-Dollar vom Wehretat.cite-ref-1-33-0[33]
Rekrutierung und Ausbildung
Grundausbildung
Die Grundausbildung in der United States Navy wird, anders als bei den anderen Streitkräften, zentral abgehalten und dauert 8 Wochen. Die Ausbildungsstätte, das Recruit Training Command, befindet sich auf der Naval Station Great Lakes, in North Chicago, Lake County, Illinois.
Offiziersausbildung
Das zentrale Institut fßr die Ausbildung der Offizieranwärter der Navy und des U.S. Marine Corps (USMC) ist die United States Naval Academy (USNA). Die USNA gilt als eine der renommiertesten Hochschulen des Landes. Sie wird vom Verteidigungsministerium finanziert und befindet sich auf der Nordseite der Stadt Annapolis, Maryland, an der Chesapeake Bay. Eine weitere MÜglichkeit, Offizier in der U.S. Navy oder im Marine Corps zu werden, bietet das Naval Reserve Officer Training Corps (NROTC), das eine militärische Ausbildung parallel zu einem zivilen College-Studium bietet.
Gegenwärtig absolvieren 20 Prozent der Marineoffiziere und 11 Prozent der Offiziere des USMC das NROTC. Bewerber mit abgeschlossenem College-Studium kĂśnnen sich auĂerdem durch Teilnahme an einem 12-wĂśchigen Lehrgang an der Officer Candidate School der U.S. Navy in Newport (Rhode Island) zum Offizier in der U.S. Navy qualifizieren. Die hĂśhere akademische Ausbildung findet an der Naval Postgraduate School in Monterey (Kalifornien) statt, während das Naval War College in Newport, R.I. der hĂśheren militärischen Ausbildung und Forschung dient.
AusrĂźstung
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2009
Schiffe der U.S. Navy
â
Hauptartikel
:
Liste der Schiffe der United States Navy
In quantitativer Hinsicht ist der Schiffsbestand der U.S. Navy insgesamt rßckläufig. Im Zweiten Weltkrieg verfßgte die Teilstreitkraft ßber knapp 6.700 Schiffe. Die Gesamtflotte wurde nach dem Kalten Krieg, in dem die Marine der 600 Schiffe hervorstach, auf 350 Einheiten verkleinert. Im Jahr 2009 summierte sich die Anzahl der Schiffe dann auf ungefähr 282.cite-ref-34[34]
⢠11 Flugzeugträger
⢠10 Nimitz-Klasse (CVN-68 bis CVN-77)
⢠1 Gerald-R.-Ford-Klasse (CVN-78)
⢠9 Kreuzer
⢠9 Ticonderoga-Klasse
⢠73 ZerstÜrer
⢠70 Arleigh-Burke-Klasse
⢠3 Zumwalt-Klasse
⢠27 Littoral Combat Ship
⢠11 Freedom-Klasse
⢠16 Independence-Klasse
⢠7 Wasp-Klasse
⢠2 America-Klasse
⢠12 Amphibische Dockschiffe
⢠12 San-Antonio-Klasse
⢠10 Docklandungsschiffe
⢠4 Harpers-Ferry-Klasse
⢠6 Whidbey-Island-Klasse
⢠2 Amphibische Kommandoschiffe
⢠2 Blue-Ridge-Klasse
⢠69 U-Boote
⢠27 Los-Angeles-Klasse
⢠18 Ohio-Klasse
⢠3 Seawolf-Klasse (davon eine Einheit fßr Spezialoperationen stark modifiziert)
⢠21 Virginia-Klasse
⢠8 Minensuchboote
⢠8 Avenger-Klasse
⢠47 Hilfsschiffe
⢠4 Supply-Klasse
⢠9 Stßckgutschiffe Lewis-and-Clark-Klasse
⢠14 Betriebsstofftransporter Henry-J.-Kaiser-Klasse
⢠4 Forschungsschiffe Victorious-Klasse
⢠1 Forschungsschiff Impeccable-Klasse
⢠12 Transportschiffe Spearhead-Klasse
Klassifizierung
Die U.S. Navy benutzt BuchstabenkĂźrzel, um einen Schiffstyp zu klassifizieren. Diese KĂźrzel mit einer Ordnungsnummer sind Bestandteil des Schiffsnamens, z. B. âUSS NIMITZ (CVN-68)â.
⢠AE (Ammunition Ship): Munitionstransporter
⢠AFS (Combat Stores Ship)
⢠AGOS (Ocean Surveillance Ship): Forschungsschiffe
⢠AO (Fleet Oiler): Flottentanker
⢠AOE (Fast Combat Support Ship): schnelles Unterstßtzungsschiff
⢠ATF (Fleet Ocean Tug): Hochseeschlepper
⢠BB (Battleship): Schlachtschiff (mittlerweile wurden alle Schiffe dieser Klasse ausgemustert)
⢠CG (Guided Missile Cruiser): Lenkwaffenkreuzer
⢠CGN (Guided Missile Cruiser Nuclear): Atomkreuzer (mittlerweile wurden alle Schiffe dieser Klasse ausgemustert)
⢠CV (Cruiser, heavier-than-air craft): Flugzeugträger (mittlerweile wurden alle Schiffe dieser Klasse ausgemustert)
⢠CVN (Cruiser heavier-than-air craft Nuclear): Nuklearangetrieber Flugzeugträger
⢠DD (Destroyer): ZerstÜrer (mittlerweile wurden alle Schiffe dieser Klasse ausgemustert)
⢠DDG (Guided Missile Destroyer): LenkwaffenzerstÜrer
⢠FF (Frigate): Fregatte (mittlerweile wurden alle Schiffe dieser Klasse ausgemustert)
⢠FFG (Guided Missile Frigate): Lenkwaffenfregatte
⢠LCC (Amphibious Command Ship): Amphibisches Kommandoschiff
⢠LCS (Littoral Combat Ship): Kßstenkampfschiff
⢠LHA (Landing Helicopter Assault): Amphibisches Helikopter-Angriffsschiff
⢠LHD (Landing Helicopter Dock): Amphibisches Helikopter-Angriffsschiff mit flutbarem Dock-allgemeine Kapazitäten (Mischung aus LHA und LPD)
⢠LPD (Landing Platform Dock): Amphibisches Dockschiff
⢠LSD (Landing Ship, Dock): Docklandungsschiff
⢠MCM (Mine Countermeasures Ship): Minenjagdboote/Minenleger
⢠SSBN (Ship Submersible Ballistic Nuclear): Nuklearangetriebes Raketen-U-Boot mit ballistischen Raketen
⢠SSGN (Ship Submersible Guided Missile Nuclear): Nuklearangetriebenes Raketen-U-Boot mit MarschflugkÜrpern
⢠SSN (Ship Submersible Nuclear): Nuklearangetriebes Jagd-U-Boot
Bemerkenswerte Schiffe
Flugzeugträger sind militärisch und politisch die wichtigste Waffe der Navy. Mit ihren Flugzeugen kÜnnen sie von einem neutralen Ort (Internationale Gewässer) weit in feindliches Gebiet hinein militärische Macht demonstrieren und an jedem Punkt der Welt politischen Druck ausßben.
⢠USS Langley(CV-1) Erster Flugzeugträger der US-Navy
⢠Independence-Klasse, entstand während des Zweiten Weltkriegs durch Umbau von Kreuzerrßmpfen.
⢠Nimitz-Klasse (10 Schiffe), aktuell im Dienst.
⢠Enterprise (CVN-65), erster Flugzeugträger der U.S. Navy mit Nuklearantrieb.
⢠Kitty Hawk (CV-63), letzter US-Flugzeugträger mit Ăślbefeuertem Antrieb, der 2009 nach 47 Jahren auĂer Dienst gestellt wurde.
U-Boote sind die strategische Waffe der Navy und kĂśnnen sowohl zur Ăberwachung feindlicher Marineaktivitäten als auch als Plattform fĂźr (auch nukleare) Lenkwaffen dienen.
⢠George Washington â erstes Atom-U-Boot mit ballistischen Raketen (wird oft als erstes U-Boot mit ballistischen Raketen bezeichnet, allerdings hatte die Sowjetunion damals schon umgebaute Zulus.)
⢠Greeneville â 2001 mit einem japanischen Frachter kollidiert
⢠Nautilus â erstes U-Boot mit Atomantrieb (1955)
⢠Scorpion â 1968 durch Unfall verloren gegangen
⢠Thresher â 1963 bei einem Unfall gesunken
⢠Arizona â Pennsylvania-Klasse, beim Angriff auf Pearl Harbor versenkt
⢠Missouri â Schlachtschiff der Iowa-Klasse, auf dem Japan 1945 die Kapitulation unterschrieb, auĂerdem das letzte in Dienst gestellte Schlachtschiff der U.S. Navy
Kreuzer:
⢠Indianapolis â Schwerer Kreuzer, von japanischem U-Boot versenkt. Transportierte zuvor eine Atombombe.
⢠Long Beach â erstes nuklear getriebenes Ăberwasserschiff der Welt und erster Atomkreuzer.
⢠Reuben James â der erste Verlust der US-Amerikaner im Zweiten Weltkrieg
⢠Zumwalt
Andere:
⢠Mercy-Klasse â Lazarettschiffe
⢠Pegasus-Klasse â TragflĂźgelboote
⢠Sea Shadow â erstes echtes Stealth-Schiff der Navy
⢠Swift â Hochgeschwindigkeits-Katamaran
⢠Constitution â das weltweit älteste, noch im Dienst stehende Kriegsschiff, das noch schwimmt
⢠Liberty â Aufklärungsschiff, von israelischen Streitkräften schwer beschädigt
Siehe auch
: Kategorie:Militärschiffsklasse (Vereinigte Staaten) und Kategorie:Militärschiff (Vereinigte Staaten)
Marineflugzeuge
Siehe auch
:
Liste der aktiven Luftfahrzeuge der US-Streitkräfte
und
Geschichte der militärischen Luftfahrt der Vereinigten Staaten
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2013
Von ihren Flugzeugträgern lässt die Navy gegenwärtig die Jagdflugzeuge vom Typ F/A-18E/F âSuper Hornetâ operieren. FĂźr die elektronische KampffĂźhrung unterhält die Navy auf ihren Trägern eine Flotte EA-18G âGrowlerâ, eine Abwandlung der Super Hornet. Als FrĂźhwarnflugzeug wird die E-2C âHawkeyeâ verwendet. Seit 2016 ist die F-35C Lightning II als Jäger/Bomber in Dienst gestellt.
Die Navy unterhält auĂerdem diverse Hubschrauber. Die Standard-Plattform ist heute der SH-60 âSea Hawkâ. Von Land aus setzt sie die P-8 âPoseidonâ ein, der derzeit ihr einziger Seeaufklärer ist. Historisch von der Navy eingesetzte Fluggeräte umfassen unter anderem folgende weitere Starr- und DrehflĂźgler:
⢠Douglas A-3 âSkywarriorâ
⢠Douglas A-4 âSkyhawkâ
⢠North American A-5 âVigilanteâ
⢠Grumman A-6 âIntruderâ
⢠Vought A-7 âCorsair IIâ
⢠Vought F-8 âCrusaderâ
⢠McDonnell F-4 âPhantom IIâ
⢠Grumman F-14 âTomcatâ
Die U.S. Navy unterhält auĂerdem eine Kunstflugstaffel, die Blue Angels. Die Elite-Flugschule der Navy, die United States Navy Fighter Weapons School, besser bekannt durch den gleichnamigen Film als Top Gun, genieĂt einen exzellenten Ruf. Sobald sich der US-Präsident an Bord eines Flugzeuges der Navy befindet, erhält dieses das Rufzeichen Navy One.
Weiterentwicklung
Die Navy plant drei Flugzeugträger der neuen Gerald-R.-Ford-Klasse. Die Kreuzer der Navy sollen durch Schiffe aus dem CG(X)-Programm ersetzt werden, Näheres Ăźber Bauzahlen ist noch nicht bekannt. Das Arleigh-Burke-ZerstĂśrer-Programm soll fortgefĂźhrt werden. Die Jagd-U-Boote der Los-Angeles-Klasse sollen nach und nach durch die neue Virginia-Klasse ersetzt werden. Ein Ersatz fĂźr die Ohio-Klasse ist vorerst nicht geplant. Der 2006 dem Kongress vorgelegte Schiffbauplan sieht eine GrĂśĂe der Marine von 313 Schiffen vor. Bis 2038 sollten demnach 31 UnterstĂźtzungsschiffe, 20 Versorger, 20 KĂźstenkampfschiffe, 12 U-Boote mit ballistischen Raketen, mehr als 50 Jagd-U-Boote, fast 80 Littoral Combat Ships, 70 Kreuzer und ZerstĂśrer und sieben Flugzeugträger gebaut werden.
Dem stehen jedoch erhebliche finanzielle Probleme entgegen. 2008 schätzte die Haushaltsabteilung der US-Kongressverwaltung, dass das 30-Jahres-Programm der Marine 25 Milliarden Dollar pro Jahr kosten wßrde, fast ein Drittel mehr als im Budget vorgesehen. Zudem wird das Bauprogramm von Krisen begleitet: Das Zumwalt-ZerstÜrerprogramm wird nach drei Schiffen vorzeitig abgebrochen; vorgesehen waren einmal 32 Einheiten. Die Entwicklung des Littoral Combat Ships ßbersteigt die Kostenpläne um das Doppelte. Eines davon, das Typschiff USS Freedom, lief am 23. September 2006 vom Stapel und wurde im November 2008 in Dienst gestellt. Zudem werden die Flugzeugträger der Ford-Klasse die geplanten Kosten von 13,7 Milliarden Dollar pro Stßck deutlich ßbersteigen.
Signalzeichen
1859 erhielt Martha Coston (1826â1904) ein Patent (Nr. 23.596) auf das von ihr in mehr als zehn Jahren entwickelte System pyrotechnischer Signale, die bis heute fester Bestandteil der Kommunikation der United States Navy sind. Coston grĂźndete eigene Firmen, die Coston Signal Company und die Coston Supply Company, die bis 1985 existierten. Vor allem in den Sezessionskriegen kam ihrer Erfindung eine bedeutende Rolle zu.cite-ref-35[35]
StĂźtzpunkte
â
Hauptartikel
:
Liste der StĂźtzpunkte der United States Navy
Die GrĂśĂe, Komplexität und die internationale Präsenz erfordern eine hohe Anzahl an Basen, die die Operationen der Streitkraft aufrechterhalten. Die inländischen StĂźtzpunkte befinden sich bis auf wenige Ausnahmen an der West- und OstkĂźste des Landes. Daneben betreibt die Marine eine bedeutende Anzahl an StĂźtzpunkten in Ländern, mit denen die Vereinigten Staaten Truppenstationierungsstatute abgeschlossen haben.
OstkĂźste
In der Region Hampton Roads im Bundesstaat Virginia hat sich durch eine Ansammlung von RĂźstungsfirmen, Institutionen und Docks der grĂśĂte MarinestĂźtzpunkt der Welt herausgebildet, was an den sehr gĂźnstigen geographischen Bedingungen dieser Region liegt. Insgesamt besitzt die US-Marine hier Ăźber 146 km² Land. Die Naval Station Norfolk ist der Heimathafen der Atlantikflotte. In der Reihe der Basen an der OstkĂźste ragt ebenfalls der Bundesstaat Florida heraus, da er den drittgrĂśĂten StĂźtzpunkt der Navy, Naval Station Mayport, ebenso beherbergt wie einen der wichtigsten Marineflugplätze, die Naval Air Station Pensacola. Die wichtigste U-Boot-Basis, die Naval Submarine Base New London, befindet sich in Groton, Connecticut. Zwei der vier Navy-eigenen Werften, die Norfolk Naval Shipyard und die Portsmouth Naval Shipyard, befinden sich an der OstkĂźste.
WestkĂźste
Der zweitgrĂśĂte Marinekomplex der Vereinigten Staaten, die Naval Base San Diego, befindet sich in San Diego, Kalifornien. Neben dem Heimathafen der Pazifikflotte befindet sich hier auch das Naval Special Warfare Center, das Ausbildungszentrum fĂźr die SEALs. Eine weitere Ansammlung an Institutionen liegt am Puget Sound, Washington, dazu gehĂśren auch die modernste Basis der Navy, die Naval Station Everett, und die Puget Sound Naval Shipyard. Das Hauptquartier der Pazifikflotte befindet sich ebenso wie weitere Einrichtungen in Pearl Harbor auf Hawaii. Dort liegt auch die Pearl Harbor Naval Shipyard.
Auswahl bedeutender StĂźtzpunkte im Ausland
⢠Manama (Bahrain) â Hauptquartier der FĂźnften Flotte
⢠Gaeta (Italien) â Hauptquartier der Sechsten Flotte
⢠Yokosuka (Japan) â Hauptquartier der Siebten Flotte und Heimathafen des Flaggschiffes der Siebten Flotte Blue Ridge
⢠GuantĂĄnamo Bay â Kleiner Teil der SĂźdkĂźste Kubas, von den USA gepachtet. Wird als MarinestĂźtzpunkt und umstrittenes Gefangenenlager fĂźr mutmaĂliche Terroristen genutzt.
Bekannte AngehĂśrige der U.S. Navy
⢠Humphrey Bogart (1899â1957), â Schauspieler
⢠Ernest Borgnine, Gunnerâs Mate, First Class (1917â2012) â Schauspieler
⢠George H. W. Bush, Lieutenant (1924â2018) â US-Präsident, jĂźngster Marineflieger während des Zweiten Weltkriegs
⢠Jimmy Carter, Lieutenant Commander (1924â2024) â US-Präsident, im Kalten Krieg U-Boot-Fahrer, 2002 Friedensnobelpreis
⢠John Coltrane, Seaman, First Class (1926â1967) â Jazzsaxophonist
⢠Bill Cosby (* 1937) â Schauspieler
⢠Kirk Douglas, Lieutenant Junior Grade (1916â2020) â Schauspieler
⢠Henry Fonda, Lieutenant Junior Grade (1905â1982) â Schauspieler, im Zweiten Weltkrieg beim Office of Naval Intelligence
⢠Gus Hall, Machinistâs Mate (1910â2000) â Politiker der Kommunistischen Partei der USA (CPUSA)
⢠Grace Hopper, Rear Admiral (1906â1992) â Informatikerin
⢠Lyndon B. Johnson, Commander (1908â1973) â US-Präsident, bekam den Silver Star fĂźr seinen Einsatz im SĂźdpazifik
⢠John F. Kennedy, Lieutenant (1917â1963) â US-Präsident, Schnellbootkommandant im Zweiten Weltkrieg
⢠John Sidney McCain III, Captain (1936â2018) â Marineflieger im Vietnam-Krieg, Kriegsgefangener 1968â1973, US-Senator aus Arizona, zweifacher US-Präsidentschaftskandidat (2000, 2008)
⢠Richard Nixon, Commander (1913â1994) â US-Präsident, Nachschuboffizier im Zweiten Weltkrieg
⢠Hyman Rickover, Admiral (1900â1986) â Einwanderer aus Polen, Leiter des Programmes fĂźr nukleare U-Boote
⢠Alan Shepard, Rear Admiral (1923â1998) â Marineflieger, erster US-amerikanischer Astronaut (Mercury-Programm), 5. Mensch auf dem Mond (Apollo-Programm)
⢠John Young, Captain (1930â2018) â Marineflieger, Pilot im Gemini-Programm, im Apollo-Programm und im Space Shuttle
Siehe auch
Literatur
⢠Dirk BÜnker: Militarism in a global age. Naval ambitions in Germany and the United States before World War I. Cornell University Press, Ithaca NY u. a. 2012, ISBN 978-0-8014-5040-2.
⢠Sebastian Bruns: Weltseemacht und maritime Sicherheit: Ausgewählte Strategien, Kapazitäten und Herausforderungen der Vereinigten Staaten von Amerika. In: Sebastian Bruns, Kerstin Petretto, David Petrovic: Maritime Sicherheit. VS-Verlag, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-531-18479-1, S. 165â182.
⢠Sebastian Bruns: Zwischen Top Gun und Homer Simpson. Die US-Navy und die Populärkultur. In: MarineForum, 10/2010, S. 51â53.
⢠Elmer B. Potter, Chester W. Nimitz, Jßrgen Rohwer: Seemacht. Eine Seekriegsgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart. Bernard & Graefe, Mßnchen 1974, ISBN 3-7637-5112-2.
⢠Denise E. Pilato: Martha Coston: A Woman, a War, and a Signal to the World. In: International Journal of Naval History. Vol. 1, No. 1, April 2002.
⢠Martha J. Coston: A Signal Success. The Life and Travels of Mrs. Martha J. Coston. Lippincott Co., Philadelphia PA 1886.
Weblinks
Commons
: United States Navy
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews: United States Navy
â in den Nachrichten
⢠Offizielle Website der U.S. Navy (englisch)
⢠Congressional Research Service (CRS) Reports regarding the U.S. Navy. University of North Texas Libraries, archiviert vom Original (nicht mehr online verfßgbar) am 12. August 2007; abgerufen am 14. Dezember 2010. (englisch)
⢠Photographic History of The U.S. Navy. In: Naval History. NavSource, abgerufen am 6. März 2011. (englisch)
⢠Haze Gray & Underway â Naval History and Photography. HazeGray.org, abgerufen am 14. Dezember 2010. (englisch)
⢠U.S. Navy Ships. In: Military Analysis Network. Federation of America Scientists, abgerufen am 30. Dezember 2010. (englisch)
⢠archivierte version von The National Security Strategy of the United States of America. Abgerufen am 8. März 2017. (englisch)
⢠US Code Title 10, Subtitle C: Rechtliche Organisationsgrundlagen der US Navy (englisch)
⢠U.S. Navy Active Ship Force Levels, 1886-present. (Memento vom 30. Dezember 2014 im Internet Archive) Naval History and Heritage Command (englisch)
⢠Dictionary of American Naval Fighting Ships. Naval History and Heritage Command (englisch)
⢠Coston Flags. (englisch)
Einzelnachweise
cite-note-11. US Navy Traditions, Customs, & Core Values. United States Navy, archiviert vom Original am 10. Februar 2018; abgerufen am 11. Februar 2018: âThe Navy's colors themselves have special meaning: Blue represents the ocean and seas; gold is the color of integrity and valor.â
cite-note-22. Carlos Cabo: Pantone colors. Convert Pantone colors to RAL, CMYK, RGB, Hex, HSL, HSB, JSON. Archiviert vom Original am 29. Dezember 2015; abgerufen am 29. Dezember 2015.
cite-note-33. Hegseth fires Navyâs top officer, Air Force No. 2 (Zitat: When a service chief is removed or unable to do their job, the current vice automatically takes over in the interim, meaning Franchettiâs removal puts VCNO Adm. Jim Kilby in command of the service until a new top Navy officer is nominated and confirmed.)
cite-note-0-44. â DoD Personnel, Workforce Reports & Publications. DMDC, September 2020, abgerufen am 4. Dezember 2020 (englisch).
cite-note-55. â Status of the Navy. (Memento vom 21. Dezember 2010 im Internet Archive) Internetseite der US Navy, Stand: Januar 2020; abgerufen am 3. April 2020.
cite-note-66. â James R. Holmes, Toshi Yoshihara: Chinese Naval Strategy in the 21st Century â The Turn to Mahan. Routledge, Abingdon 2008, S. 1.
cite-note-77. â âThe Navy is a second DoD.â Harvey M. Sapolsky u. a.: US Defense Politics â The Origins of Security Policy. Routledge, New York / Abingdon 2009, S. 118.
cite-note-88. â Artikel in: BrĂźnner Zeitung der k.k. priv. mährischen Lehenbank / BrĂźnner Politische Zeitung / Mährisch-Ständische (privilegierte) BrĂźnner Zeitung / Intelligenzblatt fĂźr Mähren / BrĂźnner Wochenblatt zur BefĂśrderung der Vaterlandskunde, zur Belehrung und Unterhaltung / Amtsblatt / BrĂźnner Zeitung / Intelligenzblatt/Beilage/Amtsblatt zur BrĂźnner Zeitung, 12. März 1826, S. 316 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bru
cite-note-99. â Harvey M. Sapolsky u. a.: US Defense Politics â The Origins of Security Policy. Routledge, New York / Abingdon 2009, S. 118f.
cite-note-1010. â Harvey M. Sapolsky u. a.: US Defense Politics â The Origins of Security Policy. Routledge, New York/Abingdon 2009, S. 119.
cite-note-1111. â Die US-Navy hat erstmals eine Chefin. In: tagesschau.de, 2. November 2023 (abgerufen am 3. November 2023).
cite-note-1212. â Deutsche Ăbersetzung (PDF; 201 kB) der Verfassung im Internet bei der Botschaft der Vereinigten Staaten in Berlin. Eingesehen am 3. September 2008.
cite-note-1313. â § 5062. United States Navy: composition; functions, Quelle: Rechtstextesammlung der Cornell Law School â abgerufen am 3. September 2008 (englisch).
cite-note-overview-1414. â Ăbersicht Ăźber strategische Dokumente in der Sammlung der Johns Hopkins University (Memento vom 15. Februar 2009 im Internet Archive)
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cite-note-3030. â Homepage U.S. Fleet Cyber Command / U.S. Tenth Fleet (englisch), abgerufen am 11. Juni 2019
cite-note-3131. â Harvey M. Sapolsky u. a.: US Defense Politics â The Origins of Security Policy. Routledge, New York / Abingdon 2009, S. 123, zit. nach Carl Builder: The Masks of War: American Military Styles in Strategy and Analysis. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1989.
cite-note-3232. â Harvey M. Sapolsky u. a.: US Defense Politics â The Origins of Security Policy. Routledge, New York / Abingdon 2009, S. 123.
cite-note-1-3333. â Department of the NavyFY 2021 Presidentâs Budget. US Navy, abgerufen am 4. Dezember 2020 (englisch).
cite-note-3434. â Vgl. Robert D. Kaplan: Chinaâs Two-Ocean Strategy. In:, Abraham Denmark, Patel Nirav (Hrsg.): Chinaâs Arrival: A Strategic Framework for a Global Relationship. (PDF) Center for a New American Security, Washington 2009, S. 46.
cite-note-3535. â Vgl. englische Wikipedia-Seite zu Martha Coston.